06 Nov
Nullnummer in Melle
Melle 03 II und der FCR neutralisieren sich gegenseitig

04 Sep
1.FCR 09 Bramsche - TSV Venne 4:5
Packender Schlagabtausch mit Venne am Wiederhall
“Das gibt’s doch nicht”, “Wahnsinn”, “Unglaublich” - Die Zuschauer auf dem Wiederhall hatten kurz nach dem Spiel des FCR gegen Venne Mühe, ihre Eindrücke in Worte zu fassen, waren sich aber in einem einig: Am vierten Spieltag der Bezirksliga waren sie sicherlich Zeugen eines der Höhepunkte der Saison gewesen. Nach einem 0:5-Rückstand zur Pause holte der FCR Bramsche am Mittwochabend um ein Haar noch einen Punkt gegen den TSV Venne.
Marc Filip und Jan Niehaus waren am Mittwochabend jeweils 45 Minuten lang nicht um ihren Job zu beneiden. Die beiden Trainer der Bezirksligisten FCR Bramsche und TSV Venne waren Teil einer denkwürdigen Bezirksliga-Partie. Die gut 250 Zuschauer, von denen ein paar bereits in der Halbzeit den Heimweg antraten, sollten im phasenweise strömenden Regen mit neun Toren und einer unerwarteten Spannungskurve belohnt werden.
Um ein Haar holte der Aufsteiger aus Bramsche gegen den etablierten TSV einen 0:5-Halbzeitrückstand auf, musste sich am Ende einer leidenschaftlichen Aufholjagd jedoch mit 4:5 geschlagen geben. Das Drehbuch des Spiel ist das eines Kurzfilms, dessen Dramatik eine unvorhersehbare Schlussintensität erlebte. Die Venner nutzten jeden Fehler des Gegners gnadenlos aus, nach Wiederbeginn waren die Vorzeichen umgekehrt; man konnte als Zuschauer das Gefühl haben, die Teams hätten in der Halbzeit die Trikots getauscht.
„Wir haben in der ersten Halbzeit Lehrgeld bezahlt“, so die passende Analyse von Filip im Bramscher Mannschaftskreis. Der FCR war fußballerisch weit davon weg, zu Recht mit 0:5 im Rückstand zu liegen. „Wir haben die Tore zu einfach bekommen, obwohl wir selbst immer wieder Akzente setzen und Räume bespielen konnten. Und genau das haben wir den Jungs in der Halbzeit mitgegeben.“ Dass der FCR ein derartiges Comeback hinlegen konnte, war prägend mit einem Spieler verbunden: Fabian Thiemann.
Der 21-Jährige fügte sich nach seiner Einwechslung nicht nur mit zwei Toren ein, sondern war an beinahe jeder gefährlichen Situation beteiligt. Die letztlich unnötige Niederlage konnte er aber nicht verhindern. Unnötig war auch der in der zweiten Halbzeit erhöhte Blutdruck auf Venner Seiten, wie Niehaus erklärt: „Wir waren einfach zu früh zu satt nach dem 5:0 und sind nicht mehr so intensiv in die Zweikämpfe gekommen.“
Dass sein Team um die Doppeltorschützen Addy-Waku Menga und Tardeli Malungu zur Pause mit 5:0 führte, konnte sich Niehaus derweil so erklären: „Spielerisch haben wir kein gutes Spiel gemacht, aber wir haben jeden Fehler eiskalt ausgenutzt. Und das hat Bramsche in der zweiten Halbzeit gemacht.“ Dass er in den zweiten 45 Minuten nicht direkt auf dem Spielfeld eingreifen konnte, habe seine Situation noch verschlimmert, betonte Niehaus: „Das war brutal. Da brennen einem die Füße, man würde sich am liebsten gleich die Schuhe anziehen und den Jungs helfen.“ Letztlich ging es auch ohne seine direkte Hilfe auf dem Feld gut - wenn auch nur ganz knapp.